Die BMW Group hat sich ein klares Ziel gesetzt: In den nächsten vier Jahren das gleiche Verkaufsvolumen für Elektrofahrzeuge (EVs) und herkömmliche benzinbetriebene Autos zu erreichen. Dieses ehrgeizige Ziel kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Automobilindustrie einen komplexen Wandel durchläuft und Verbrauchernachfrage, Infrastrukturbeschränkungen und globale Marktschwankungen in Einklang bringt.
Die aktuelle Situation: Langsames, aber stetiges Wachstum
Derzeit machen Elektrofahrzeuge etwa 17,9 % des Gesamtabsatzes von BMW aus. Während andere Hersteller sich zunächst auf den rein elektrischen Zeitplan konzentrierten, ihre Pläne dann aber später anpassten, hat BMW einen pragmatischeren Ansatz beibehalten. Das Unternehmen ist sich bewusst, dass es angesichts der unterschiedlichen regionalen Vorschriften, der Verfügbarkeit der Ladeinfrastruktur und der Verbraucherpräferenzen keine einheitliche Lösung für Elektrofahrzeuge gibt.
Dennoch investiert BMW stark in die Elektrifizierung. Über 10 Milliarden Euro flossen in die Plattform „Neue Klasse“ – die größte Investition in der Unternehmensgeschichte. Diese Mittel sind nicht ausschließlich für Elektrofahrzeuge bestimmt; Ein Teil des Budgets ist für das Infotainmentsystem iDrive der nächsten Generation vorgesehen. Der Schwerpunkt liegt jedoch weiterhin auf Elektroantrieben.
Neue Klasse: Die Grundlage für Wachstum
Die kommende Neue-Klasse-Plattform, die mit dem iX3 2026 debütiert, verfügt über Motoren der nächsten Generation, Batterietechnologie und eine neue Produktionsanlage in Debrecen, Ungarn. BMW erweitert außerdem seine Kapazitäten für die Montage von Hochvoltbatterien, um die Produktion von Elektrofahrzeugen zu steigern. Das Ziel ist klar: bis 2030 50 % der EV-Verkäufe der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce erreichen.
Die bisherigen Fortschritte sind bereits sichtbar. Die Verkäufe von Elektrofahrzeugen sind stetig von 4,1 % im Jahr 2021 auf 17,9 % im Jahr 2025 gestiegen und zeigen damit bereits vor der vollständigen Einführung der Neue-Klasse-Modelle eine deutliche Dynamik. Der neue iX3 konnte sich in nur sechs Monaten bereits über 50.000 Vorbestellungen sichern.
Erweiterung des EV-Angebots
BMW plant einen zügigen Ausbau seines EV-Portfolios. Zu den kommenden Modellen gehören die i3-Limousine (bald erhältlich), der iX5 (später in diesem Jahr) und der größere iX7 (erscheint 2027). Das Unternehmen beabsichtigt, bis zum Ende des Jahrzehnts in Spartanburg mindestens sechs Elektro-SUVs zu bauen, mit möglichen Ergänzungen wie einem elektrischen iX6 und einem robusten SUV-Konkurrenten der Mercedes G-Klasse.
Kritischer ist, dass BMW günstigere EV-Optionen unterhalb des iX1-Crossovers in Betracht zieht, darunter ein mögliches i1-Fließheck und eine i2-Limousine. Auch bestehende Modelle erhalten Upgrades der Neuen Klasse, was den Übergang weiter beschleunigt.
Der Realitätscheck
Auch wenn das Engagement von BMW offensichtlich ist, wird es eine Herausforderung sein, bis 2030 einen Anteil von 50 % an Elektrofahrzeugen zu verkaufen. Das Unternehmen erkennt dies an und weist darauf hin, dass externe Faktoren zu Volatilität führen könnten. Insbesondere die Vereinigten Staaten liegen bei der Einführung von Elektrofahrzeugen hinter Europa zurück, wobei Elektrofahrzeuge nur 7,8 % des Gesamtumsatzes ausmachen, verglichen mit 19,5 % in Europa. Um globale Parität zu erreichen, müssen diese regionalen Unterschiede überwunden werden.
Das Ziel für 2030 bleibt ehrgeizig, aber der realistische Ansatz und die erheblichen Investitionen von BMW positionieren das Unternehmen für den Erfolg in der sich entwickelnden Automobillandschaft. Der Weg nach vorne ist nicht ohne Hindernisse, aber das Unternehmen ist eindeutig entschlossen, seine Elektrifizierungsziele zu erreichen.
