Ein Vergleich zwischen Hyundai, Kia und 36 Generalstaatsanwälten befasst sich mit einer jahrelangen Welle von Autodiebstählen, die auf eine kritische Sicherheitslücke in Millionen von Fahrzeugen zurückzuführen ist. Das Problem, verstärkt durch virale TikTok-Videos, die zeigen, wie leicht diese Autos gestohlen werden können, führte zu einem dramatischen Anstieg von Fahrzeugdiebstählen in den Vereinigten Staaten.
Der Kern des Problems
Zwischen 2011 und 2022 stellten Hyundai und Kia Fahrzeuge her, deren Zündsysteme leicht umgangen werden konnten und die über keine serienmäßigen Diebstahlsicherungen (Wegfahrsperren) verfügten, wie sie in fast allen anderen in diesem Zeitraum verkauften Neuwagen üblich waren. Dies machte Millionen von Modellen unglaublich anfällig für Diebstahl. Besonders schwerwiegend war der Fehler bei den Modellen Hyundai Elantra, Hyundai Sonata und Kia Optima, die in vielen Gegenden zu den am häufigsten gestohlenen Fahrzeugen wurden.
Schwache Einigung, begrenzte Erleichterung für Eigentümer
Der Vergleich sieht vor, dass Hyundai und Kia 4,5 Millionen US-Dollar an die Bundesstaaten zahlen, um die Untersuchungskosten zu decken, sowie eine gesonderte Entschädigung in Höhe von 4,5 Millionen US-Dollar an betroffene Verbraucher. Allerdings ist die Verbraucherauszahlung sehr begrenzt und auf diejenigen beschränkt, deren Fahrzeug bei einem Diebstahl entweder einen Totalschaden oder einen Teilschaden erlitten hat.
- Gesamtschaden: bis zu 4.500 $
- Teilverlust: bis zu 2.250 $
- Fehlgeschlagener Diebstahlversuch: nur bis zu 375 $
Diese Zahlen werden allgemein als unzureichend angesehen, da bereits ein geringfügiger Diebstahlversuch einen erheblichen Schaden anrichten kann, der weit über die vorgesehene Entschädigung hinausgeht. Die kalifornische Generalstaatsanwaltschaft stellte fest, dass den Opfern „erhebliche Kosten für Reparaturen und Abschleppen“ entstehen, während der Wiederverkaufswert einbrach und die Versicherungsprämien für alle Eigentümer unabhängig vom Diebstahlstatus stiegen.
Zündzylinderverstärkungen für 7,1 Millionen Fahrzeuge
Die Autohersteller haben vereinbart, alle künftigen US-Modelle mit Wegfahrsperren auszustatten. Sie werden außerdem etwa 7,1 Millionen bestehenden Besitzern (4 Millionen Hyundais und 3 Millionen Kias) kostenlose, zinkverstärkte Zündzylinderschutzvorrichtungen zur Verfügung stellen. Der Generalstaatsanwalt von Minnesota schätzt, dass dies die Unternehmen über 500 Millionen US-Dollar kosten könnte, die tatsächlichen Kosten hängen jedoch von der Akzeptanz und den Schätzungen der Hersteller ab.
Die umfassenderen Auswirkungen der Krise
Der Anstieg der Diebstähle betraf nicht nur gestohlene Fahrzeuge. Die kalifornischen Behörden berichteten, dass viele gestohlene Autos für andere Straftaten verwendet wurden und in Verkehrsunfälle verwickelt waren, von denen einige tödlich waren. Die Folgen gingen über den finanziellen Verlust hinaus und umfassten auch ernsthafte Sicherheitsrisiken. Die Diebstähle stiegen in Los Angeles im Jahr 2022 um etwa 85 %, was 20 % aller gestohlenen Autos in der Stadt ausmacht.
Die Situation unterstreicht ein kritisches Versäumnis bei den Sicherheitsstandards von Fahrzeugen und verdeutlicht die verheerenden Folgen, wenn Autohersteller Kosteneinsparungen Vorrang vor grundlegenden Sicherheitsmerkmalen geben. Die Einigung schafft zwar Abhilfe, reicht jedoch nicht aus, um die finanzielle und emotionale Belastung der betroffenen Besitzer vollständig zu bewältigen.


























