Aufgrund der immer strengeren Emissionsvorschriften und der Umstellung des Unternehmens auf Elektrofahrzeuge ist es unwahrscheinlich, dass Renault seine legendäre Hot-Hatch-Reihe wie den Clio RS wieder aufleben lässt. Das liegt nicht an mangelnder Leidenschaft im Unternehmen, sondern an der wirtschaftlichen Realität: Hochleistungs-Benziner passen nicht mehr in die moderne Automobillandschaft.
Der Turbo 3E: Ein ferner Traum für Enthusiasten
Der kommende Renault Turbo 3E, ein elektrischer Super-Luke mit 533 PS und Hinterradantrieb, kommt Benzinern am nächsten an ein Hochleistungsmodell von Renault. Mit einem geschätzten Preis von 135.000 Pfund ist er jedoch weit entfernt von den erschwinglichen, erreichbaren Hot Hatches, die in der Vergangenheit die Marke Renaultsport auszeichneten.
Der Niedergang erschwinglicher Leistung
Bruno Vanel, Produktchef von Renault, erklärte, dass die Blütezeit von Renaultsport vorbei sei. Er erinnerte sich an eine Zeit, als auf den britischen Markt jährlich 8.000 Renaultsport-Verkäufe von 90.000 Clios entfielen. Heutzutage machen strenge CO2-Emissionsstrafen und die Ressourcenzuteilung für Elektro- und Hybridfahrzeuge ein Geschäftsmodell für ein leistungsstarkes Benzinmodell unmöglich.
„Was ist ein sportliches Auto? Wenn es kein Elektroauto ist, was ist dann mit einem Verbrennungsmotor? Wenn man es mit einem großen Verbrennungsmotor und einer riesigen Kapazität baut, ist man wegen CO2 aus dem Spiel. Deshalb macht es keinen Sinn.“
Das Hybrid-Dilemma
Selbst Hybridoptionen sind für echte Leistungsenthusiasten problematisch. Vanel wies darauf hin, dass Hybridfahrzeuge Schwierigkeiten haben, wenn die Batterie leer ist, weshalb sie eher für große Touren als für aggressives Fahren geeignet sind. Der 1,8-Liter-Hybrid des aktuellen Clio mit Dogbox-Getriebe ist zwar leistungsfähig, lässt sich aber nicht einfach in ein legitimes RS-Modell aufrüsten, ohne die Abgasnormen zu verletzen.
Interner Support, aber kein Projekt
Trotz einiger interner Befürworter der Rückkehr von Renaultsport, darunter Vanel selbst, sind die finanziellen und regulatorischen Hürden unüberwindbar. Ivan Segal, der weltweite Vertriebschef von Renault, räumte ein, dass es innerhalb des Unternehmens „Verteidiger“ gebe, aber angesichts der aktuellen Beschränkungen gebe es dafür einfach keinen geschäftlichen Nutzen.
Die Zukunft: elektrisch oder gebraucht
Vorerst müssen sich Hot-Hatch-Fans mit elektrischen Alternativen wie dem Alpine A290 (mit bis zu 216 PS) zufrieden geben oder sich nach gebrauchten Renaultsport-Modellen umsehen. Die Ära der erschwinglichen Hochleistungs-Benzin-Renaults ist vorbei und es gibt keine unmittelbaren Pläne, die Modellpalette wiederzubeleben.
Die Automobilindustrie verändert sich rasant. Renault muss, wie andere Hersteller auch, Compliance und Rentabilität Vorrang vor Nostalgie geben, auch wenn das bedeutet, seine leidenschaftlichsten Fans zu enttäuschen.


























