Mercedes-Benz will sich dem Trend zu vollelektrischen Markteinführungen widersetzen, indem es für sein kommendes Kompaktmodell der G-Klasse, das oft als „Baby-G-Wagen“ bezeichnet wird, neben Elektroantrieben auch Benzinmotoren anbietet. Diese Entscheidung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem Autohersteller das Tempo der Einführung von Elektrofahrzeugen und die Verbrauchernachfrage neu bewerten.
Hybrid- und Verbrennungsoptionen bestätigt
Berichten von Autocar zufolge soll das neue Modell den Käufern die Wahl zwischen Hybrid- und rein elektrischen Konfigurationen bieten. Das Hybridsystem soll dem Aufbau des neuesten CLA der dritten Generation entsprechen und einen 1,5-Liter-Vierzylinder-Benzinmotor mit Turbolader und ein 48-V-Mild-Hybridsystem nutzen. Dieser Motor ist in drei Leistungsstufen erhältlich: 100 kW/200 Nm, 120 kW/250 Nm und 140 kW/300 Nm.
Das Hybrid-Setup kombiniert diesen Motor mit einem Achtgang-Automatikgetriebe und einem 20-kW-Elektromotor, der von einer 1,3-kWh-Batterie angetrieben wird. Dies stellt eine Brücke für Verbraucher dar, die noch nicht für die vollständige Elektrifizierung bereit sind.
Warum der Wandel? Akzeptanzraten von Elektrofahrzeugen und Marktrealitäten
Die Einbeziehung von Benzinoptionen spiegelt einen breiteren Branchentrend wider, bei dem alte Automobilhersteller ihre Wetten auf reine Elektro-Futures absichern. Während die Verkäufe von Elektrofahrzeugen steigen, entsprechen die Akzeptanzraten nicht den ersten Prognosen und schwanken je nach Region erheblich. Europa und China verzeichneten eine stärkere Akzeptanz, andere Märkte hinken jedoch hinterher.
Die Erfahrung von Mercedes-Benz mit der Oberklasse-G-Klasse hat diese Entscheidung wahrscheinlich beeinflusst. Trotz des Angebots einer leistungsstarken elektrischen G580-Variante waren die Verkaufszahlen enttäuschend, interne Quellen nannten es Berichten zufolge einen „völligen Flop“. Dies deutet darauf hin, dass eine größere Auswahl an Antriebsoptionen für die Aufrechterhaltung eines starken Verkaufsvolumens unerlässlich ist.
Baby G vs. Full-Size G: Technische Unterschiede
Der „Baby G“ wird deutlich kleiner sein als die Standard-G-Klasse und etwa 4,4 Meter lang sein, verglichen mit 4,86 Metern beim Obermodell. Die Elektroversion wird voraussichtlich – anders als das Motor-pro-Rad-System der großen G-Klasse – ein Zwei-Motoren-Setup mit einem größeren, leistungsstärkeren Motor an der Hinterachse verwenden.
Mercedes-Benz hat das neue Modell intern als „Baby G“, „Mini G“ oder „Little G“ bezeichnet, der endgültige Name bleibt jedoch unbestätigt. Der Produktionsstart ist für 2027 geplant, wobei zunächst Elektrovarianten auf den Markt kommen, gefolgt von benzinbetriebenen Modellen zu einem unbestimmten späteren Zeitpunkt.
Die Aufnahme von Benzinoptionen in die Baby-G-Klasse unterstreicht den pragmatischen Ansatz der Automobilhersteller bei der Elektrifizierung und erkennt an, dass eine vielfältige Antriebsstrangpalette von entscheidender Bedeutung ist, um den unterschiedlichen Verbraucherpräferenzen und Marktbedingungen gerecht zu werden.





























