Chinas Batterieindustrie treibt die Entwicklung und den Einsatz der Natrium-Ionen-Batterietechnologie rasant voran, angetrieben durch steigende Lithiumpreise und den Drang nach kostengünstigeren Alternativen. Dieser Wandel ist nicht nur eine Reaktion auf die Marktkräfte; Dies stellt einen strategischen Schritt zur Diversifizierung der Lieferketten und zur Beseitigung von Einschränkungen bei der Lithiumverfügbarkeit dar.
Der Aufstieg von Natrium: Ein chemischer Wandel mit geopolitischen Auswirkungen
Natrium-Ionen-Batterien funktionieren ähnlich wie Lithium-Ionen-Batterien, nutzen jedoch Natrium, das in der Erdkruste 400-mal häufiger vorkommt als Lithium. Die Lithiumreserven konzentrieren sich stark auf Südamerika und Australien, was die Lieferketten anfällig für geopolitische Veränderungen und Preisvolatilität macht. Natrium hingegen ist weit verbreitet, wodurch die Abhängigkeit von einigen Schlüsselregionen verringert wird. Diese Fülle führt zu einer potenziellen langfristigen Preisstabilität für Natrium-Ionen-Batterien.
Der Preisanstieg bei Lithium treibt den Wandel voran
Die Preise für Lithiumcarbonat sind dramatisch in die Höhe geschossen und überstiegen Anfang 2026 170.000 Yuan pro Tonne (rund 23.700 US-Dollar). Dieser Kostendruck ist besonders groß bei Elektrofahrzeugen (EVs) der Einstiegsklasse, die häufig auf günstigere Lithiumeisenphosphat-Batterien (LFP) angewiesen sind. Die Natriumionen-Technologie bietet eine praktikable Alternative, um diese steigenden Materialkosten abzumildern.
Branchenführer investieren stark in die Natriumionenproduktion
Große chinesische Batteriehersteller sind bereits dabei, die Produktion von Natriumionen zu steigern:
- CATL: Einführung einer Natrium-Ionen-Batterie für Nutzfahrzeuge mit Plänen, diese bis zum zweiten Quartal 2026 in Personenkraftwagen wie den Aion Y Plus zu integrieren.
- BYD: Inbetriebnahme einer 30-GWh-Produktionslinie für Natrium-Ionen-Batterien.
- EVE Energy: Initiierte ein Natrium-Ionen-Projekt im Wert von 144 Millionen US-Dollar.
- Ronbay Technology: Einige Produktionslinien für Lithiumbatterien wurden auf Natriumionenmaterialien umgestellt.
Die weltweiten Natriumionenlieferungen erreichten im Jahr 2025 etwa 9 GWh, was einem 150 %igen Anstieg gegenüber dem Vorjahr entspricht und die schnelle Marktdurchdringung zeigt.
Leistungsvorteile in bestimmten Anwendungsfällen
Natriumionenbatterien zeichnen sich durch eine hervorragende Leistung bei kaltem Wetter aus und behalten bei -20 °C ihre Kapazität von über 90 % – im Vergleich zu etwa 80 % bei Standard-Lithiumbatterien. Kostenschätzungen deuten darauf hin, dass Natriumionenmaterialien 30–40 % günstiger sein könnten als Lithiumäquivalente. Die effiziente Skalierung der Produktion ist jedoch immer noch eine Herausforderung.
Die aktuellen Einschränkungen: Energiedichte und -skala
Die Energiedichte von Natriumionen (100–170 Wh/kg) liegt derzeit hinter der von ausgereiften LFP-Batterien (180–200 Wh/kg) und deutlich hinter ternären Lithiumbatterien (250–300 Wh/kg). Dies schränkt ihren unmittelbaren Einsatz in Elektrofahrzeugen mit hoher Reichweite ein. Die Koordination der Lieferkette und die Massenproduktion befinden sich noch in der Entwicklung.
Die Zukunft von Natriumionen: Komplementär, kein Ersatz
Analysten gehen davon aus, dass Natrium-Ionen-Batterien zunächst in bestimmten Nischen Einzug halten werden:
- Elektrofahrzeuge der Einstiegsklasse
- Anwendungen in kaltem Klima
- Stationäre Energiespeicher
Es wird erwartet, dass die Technologie Lithium-basierte Batterien ergänzt, anstatt sie vollständig zu ersetzen. 2026 dürfte ein entscheidendes Jahr für die Kommerzialisierung von Natriumionen in China werden, da die Produktion beschleunigt und die Kosten weiter sinken.
Bei der Umstellung auf Natriumionen geht es weniger darum, Lithium vollständig zu ersetzen, als vielmehr darum, auf lange Sicht eine widerstandsfähigere, diversifiziertere und kostengünstigere Batterielieferkette zu schaffen.




























