Der unerwartete Vorteil heller Autofarben: Geheimnisse des Wiederverkaufswerts

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Seit Jahrzehnten verwenden Autokäufer standardmäßig Graustufenfarben – Weiß, Schwarz, Silber – in der Annahme, dass sie die sicherste Wahl für den Wiederverkauf bieten. Eine aktuelle Studie von iSeeCars, in der über 1,2 Millionen drei Jahre alte Gebrauchtfahrzeuge analysiert wurden, zeigt, dass dies nachweislich falsch ist. Ungewöhnliche, lebendige Farbtöne erzielen heute auf dem Gebrauchtmarkt einen erheblichen Aufpreis und widersprechen der herkömmlichen Meinung.

Die verschwindende Palette und die steigende Nachfrage

In den letzten zwei Jahrzehnten haben die Autohersteller die Farbvielfalt um über 50 % reduziert, was zu einer Flut neutraler Farbtöne im Gebrauchtwagenbestand geführt hat. Dieser Mangel an interessanten Farben hat das Drehbuch auf den Kopf gestellt: Seltenheit führt jetzt direkt zu einem höheren Wiederverkaufswert. Während die durchschnittliche Wertminderung über drei Jahre bei etwa 14.360 US-Dollar (31 %) liegt, widersetzen sich bestimmte Farben diesem Trend und ersparen den Eigentümern Tausende.

Welche Farben gewinnen (und verlieren)

Die Daten sind eindeutig: Gelb, Orange und Grün belegen die Spitzenplätze bei der Wiederverkaufsbindung. Gelb verliert am wenigsten an Wert (24 % oder 13.667 $), dicht gefolgt von Orange und Grün. Im Gegensatz dazu schneiden Schwarz, Weiß und insbesondere Gold am schlechtesten ab, wobei Gold 34,4 % seines Wertes verlor. Dabei geht es nicht nur darum, aufzufallen; es geht um Angebot und Nachfrage.

Segmentangelegenheiten: Pickups, SUVs und Limousinen

Die Wirkung von Farbe ist nicht universell. Bei Tonabnehmern werden Orange, Grün und Grau bevorzugt. SUVs belohnen Orange, Grün und Gelb. Limousinen, ein rückläufiges Segment, bevorzugen Orange, Gelb und Beige. Sogar Minivans sehen einen Aufschwung durch Grün, während Coupés weitgehend darauf verzichten. Die wichtigste Erkenntnis: Der Wert einer Farbe ist an den Fahrzeugtyp gebunden.

Standort, Standort, Standort

Die iSeeCars-Studie ergab, dass Gelb in den USA durchweg den niedrigsten Wertverlust aufweist, während Weiß durchweg unterdurchschnittlich abschneidet. Dies ist ein nationaler Trend, regionale Präferenzen können sich jedoch ändern.

Was das für Käufer und Verkäufer bedeutet

Wenn Sie ein relativ neues gelbes, orangefarbenes oder grünes Auto besitzen, war Ihr Kauf unwissentlich strategisch. Sie haben eine Marktineffizienz ausgenutzt und sich beim Wiederverkauf eine Prämie gesichert. Für Käufer bedeutet das: „Auf Nummer sicher zu gehen ist falsch.“ Ein etwas höherer Vorabpreis für eine lebendige Farbe kann über einen Zeitraum von drei Jahren Tausende an Abschreibungen einsparen.

Jenseits der Farbe: Andere Faktoren sind immer noch wichtig

Die Lackfarbe ist zwar ein starker Hebel, aber nicht der einzige. Kilometerstand, Zustand, Ausstattungsvariante, Optionen und Standort bleiben entscheidend. Ein gepflegtes weißes Auto ist immer noch einem schlecht gepflegten farbigen vorzuziehen. Allerdings kann in einem angespannten Markt die Farbe der entscheidende Faktor sein.

Die langfristige Perspektive

Die iSeeCars-Studie konzentriert sich auf die Drei-Jahres-Marke. Für den langfristigen Besitz ist die Farbe weniger wichtig als der Gesamtzustand. Innerhalb dieses Zeitfensters von drei bis fünf Jahren kann eine seltene Farbe jedoch einen erheblichen Vorteil bieten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich der Gebrauchtwagenmarkt verändert hat. Aufgrund der Knappheit und der steigenden Nachfrage übertreffen helle, ungewöhnliche Farben jetzt den Wiederverkaufswert von Graustufenoptionen. Wenn Sie mit Blick auf einen späteren Wiederverkauf einen Neukauf tätigen, bedeutet das Ignorieren dieses Trends, dass Geld auf dem Tisch bleibt.