Renault bereitet die Einführung einer neuen Generation von Elektrofahrzeugen (EVs) auf Basis seiner kommenden RGEV Medium 2.0-Plattform vor, mit einer überraschenden Wendung: Einige Modelle werden eine Benzin-Range-Extender-Option bieten. Dieser strategische Schritt zielt darauf ab, die Reichweitenangst der Verbraucher auszuräumen und einen praktischen Übergang für Fahrer zu ermöglichen, die noch nicht vollständig bereit sind, sich auf einen rein elektrischen Lebensstil festzulegen.
Die RGEV Medium 2.0-Architektur: Drei Arten von Elektrizität
Die RGEV Medium 2.0-Plattform ist auf ein 800-V-Bordnetz ausgelegt und ermöglicht schnelles Gleichstromladen. Renault plant drei Kernkonfigurationen:
- Vollelektrisch: Bis zu 750 km (466 Meilen) WLTP-Reichweite.
- Allradantrieb elektrisch: Erhöhte Anhängelast auf bis zu 2,0 Tonnen (4.400 lbs).
- Extended-Range EV (EREV): Kombination eines Benzinmotors als Generator mit einer großen Batterie, wodurch eine Gesamtreichweite von bis zu 1400 km (870 Meilen) erreicht wird.
Das EREV-Setup unterscheidet sich von herkömmlichen Plug-in-Hybriden. Der Benzinmotor treibt nicht direkt die Räder an; Es lädt lediglich die Batterie auf, bietet eine größere elektrische Reichweite und vereinfacht möglicherweise die Antriebsmechanik.
Beyond Range: Raum und Design
Das R-Space Lab-Konzept von Renault zeigt, wie die neue Plattform den Innenraum maximieren wird. Das Konzeptauto verfügt über:
- Eine minimalistische, luftige Kabine mit ultradünnen Säulen und einem großzügigen Panoramadach.
- Ein Display über die gesamte Breite, das in die Basis der Windschutzscheibe integriert ist.
- Rücksitze für maximale Flexibilität ausgelegt, einschließlich klappbarer Sitzflächen zur Erhöhung der Ladekapazität.
- Hintere Türen, die sich für einen einfachen Zugang vollständig um 90 Grad öffnen lassen.
Das R-Space-Lab-Konzept ist nicht unbedingt eine Vorschau auf ein Serienmodell, aber Renault hat in der Vergangenheit ähnliche Konzepte als Grundlage für zukünftige Designs verwendet.
Europäischer Fokus, Geely-Partnerschaft
Die RGEV Medium 2.0-Architektur wird vor allem Fahrzeuge für den europäischen Markt unterstützen. Außerhalb Europas wird Renault die Plattformen seines Partners Geely nutzen, wie die bereits in Produktion befindlichen SUVs Koleos und Filante belegen.
Das erste Serienauto, das auf der neuen RGEV-Plattform gebaut wird, wird voraussichtlich im Jahr 2028 auf den Markt kommen, obwohl Renault noch nicht bekannt gegeben hat, welches Modell das erste sein wird. Dieser Ansatz zeigt das Engagement von Renault, eine vielfältige Elektrofahrzeugpalette anzubieten, die auf unterschiedliche Märkte und Verbraucherbedürfnisse zugeschnitten ist.
Fazit: Renault geht davon aus, dass Flexibilität der Schlüssel zur Einführung von Elektrofahrzeugen sein wird. Durch das Angebot sowohl rein elektrischer als auch reichweitenverlängerter Optionen möchte das Unternehmen ein breiteres Publikum ansprechen und den Übergang zur Elektromobilität beschleunigen. Die RGEV Medium 2.0-Plattform positioniert Renault als ernsthaften Konkurrenten in der sich entwickelnden Elektrofahrzeuglandschaft.
