Polestar, der schwedische Hersteller von Elektrofahrzeugen (EV) im Besitz von Geely, hat seine bislang ehrgeizigste Produkteinführung angekündigt. In den nächsten drei Jahren wird das Unternehmen vier neue Modelle auf den Markt bringen, die auf Schlüsselsegmente mit hoher Kundennachfrage und starken Gewinnmargen abzielen. Diese Erweiterung stellt einen bedeutenden Fortschritt für die Marke dar, deren Auslieferungen erst 2019 begannen.
Neue Modelle, die auf eine breite Anziehungskraft abzielen
Die kommende Produktpalette umfasst einen Polestar 2 der nächsten Generation, der 2027 auf den Markt kommen soll, und eine praktischere Variante des Polestar 4, die Ende 2026 erwartet wird. Die Polestar 4-Variante wird einen kritischen Fehler des aktuellen Modells beheben – das Fehlen einer Heckscheibe – und die solide Scheibe durch Glas ersetzen, um die Sicht zu verbessern. Das Unternehmen entwickelt außerdem den Polestar 7, seinen kleinsten SUV, der für 2028 geplant ist, und den Polestar 5 Grand Tourer zum Preis von 171.100 US-Dollar, der Mitte 2026 in Australien auf den Markt kommen soll.
Diese schnelle Expansion erfolgt, da Polestar in diesem Jahr den weltweiten Umsatz zweistellig steigern und sein Einzelhandelsnetz um 30 Prozent erweitern will. Der Fokus auf Praktikabilität – wie etwa das Hinzufügen einer Heckscheibe zur 4er-Variante – deutet auf eine Verlagerung hin zu einer breiteren Marktattraktivität statt zu Nischendesignoptionen hin.
Interner Wettbewerb und gemeinsame Plattformen
Polestar wird außerdem Komponenten mit seiner Schwestermarke Volvo teilen, einschließlich Elektromotoren, und ein neues Volvo-Werk in der Slowakei für die Produktion nutzen. Diese Kostenteilungsstrategie ist typisch für das Geely-Imperium, wo der interne Wettbewerb hart ist. Der Polestar 5 wird mit dem Lotus Emeya konkurrieren, während der Polestar 7 mit dem Smart #3 konkurrieren wird, was das komplexe Markennetz derselben Muttergesellschaft verdeutlicht.
Der Polestar 5 wird jedoch nicht in China oder den USA – den beiden größten Elektrofahrzeugmärkten der Welt – verkauft, was seinen potenziellen Beitrag zum Gesamtverkaufsvolumen trotz seines hohen Preises begrenzt. Die markenexklusive leichte Plattform aus Verbundaluminium für den Polestar 5 kann auch die Skalierbarkeit im Vergleich zu Modellen mit gemeinsamen Komponenten einschränken.
Verkaufstrends und Marktdynamik
Trotz dieser Einschränkungen verzeichnete Polestar im vergangenen Jahr einen Anstieg der australischen Verkäufe um 38,5 Prozent, angetrieben durch den Polestar 3 und 4. Der Polestar 2 verzeichnete jedoch einen Rückgang um 48,9 Prozent, was darauf hindeutet, dass neuere Modelle die Verkäufe des ursprünglichen Elektrofahrzeugs ausschlachten. Polestar verkaufte im Jahr 2025 mehr als seine Schwestermarke Zeekr, aber Zeekr holt mit der Einführung seines eigenen Mittelklasse-SUV schnell auf.
Das zuvor angekündigte Polestar 6 Cabrio wurde auf unbestimmte Zeit verschoben und auf die Zeit nach der Veröffentlichung des Polestar 7 im Jahr 2028 verschoben. Dies legt eine Verschiebung der Prioritäten und einen vorsichtigeren Ansatz gegenüber weniger Mainstream-Modellen nahe.
Zusammenfassend ist die aggressive Expansionsstrategie von Polestar ein klares Signal des Vertrauens in den Elektrofahrzeugmarkt. Durch die Behebung wichtiger Schwachstellen bestehender Modelle (z. B. Sichtbarkeit) und die Rationalisierung der Produktion durch gemeinsame Plattformen möchte das Unternehmen einen größeren Anteil des wachsenden Elektrofahrzeugsektors erobern. Interner Wettbewerb und strategische Marktausschlüsse werden jedoch weiterhin den Wachstumskurs prägen.





























