Britische Verkehrsregeln zur Sehschwäche: Was Autofahrer wissen müssen

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Britische Verkehrsregeln zur Sehschwäche: Was Autofahrer wissen müssen

Die britischen Sehnormen für das Autofahren sind für die Verkehrssicherheit von entscheidender Bedeutung, und die Driver and Vehicle Licensing Agency (DVLA) setzt strenge Regeln durch, um sicherzustellen, dass Fahrer die Mindestanforderungen an die Sehkraft erfüllen. Während die aktuellen Vorschriften stark auf der Selbstanzeige basieren, zielen bevorstehende Änderungen darauf ab, die Sicherheit durch häufigere obligatorische Kontrollen zu erhöhen. In diesem Leitfaden finden Sie alles, was Sie wissen müssen, von den aktuellen Standards bis hin zur künftigen Durchsetzung.

Aktuelle Sehstandards

Während der praktischen Fahrprüfung wird das Sehvermögen des Fahrers überprüft. Danach liegt es in seiner Verantwortung, etwaige Sehprobleme dem DVLA zu melden. Fahren mit eingeschränkter Sehkraft ist illegal und gefährlich. Die DVLA empfiehlt regelmäßige Sehtests, um potenzielle Probleme frühzeitig zu erkennen.

Der traditionelle Standard besteht darin, ein Nummernschild aus 20 Metern Entfernung zu lesen. Zu den modernen Schwerpunkten zählen aber auch die Sehschärfe und das Gesichtsfeld. Fahrer müssen beide Kriterien erfüllen, um eine ausreichende Sicht für sicheres Fahren zu gewährleisten. Falls Korrekturlinsen (Brillen oder Kontaktlinsen) erforderlich sind, müssen diese während des Tests getragen werden.

Die Mindestanforderung an die Sehschärfe beträgt 6/12 (oder 0,5) auf der Snellen-Skala. Das bedeutet, dass Sie auf 6 Meter sehen können müssen, was eine Person mit perfekter Sicht auf 12 Meter sehen kann. Es ist wichtig, diese Skala zu verstehen. Eine Bewertung von 6/60 bedeutet, dass Sie auf 6 Meter sehen, was andere auf 60 Metern sehen.

Strengere Regeln für Berufskraftfahrer

Für Fahrer von schweren Nutzfahrzeugen (Lkw) und Bussen sind die Sehanforderungen sogar noch höher. Lkw-Fahrer müssen eine Sehschärfe von mindestens 6/7,5 (0,8) auf ihrem besten Auge und 6/60 (0,1) auf ihrem schlechtesten Auge haben. Korrekturlinsen sind erlaubt, allerdings mit Einschränkungen in ihrer Stärke.

Auch die Anforderungen an das Sichtfeld für Berufskraftfahrer sind strenger: ein ununterbrochenes horizontales Sichtfeld von mindestens 160 Grad mit Erweiterungen von 70 Grad nach links/rechts und 30 Grad nach oben/unten. Innerhalb der zentralen 30 Grad sind keine Defekte zulässig.

Obligatorische Tests in Sicht

Die britische Regierung plant, alle drei Jahre obligatorische Sehtests für Fahrer über 70 einzuführen. Das Nichtbestehen dieser Tests könnte zum Entzug der Fahrerlaubnis führen. Ziel dieser Maßnahme ist es, Unfälle durch altersbedingten Sehverlust zu reduzieren, wirft jedoch Fragen zur Durchsetzung und zum Zugang zu Tests auf.

Was passiert, wenn Sie sich nicht melden?

Das Versäumnis, die DVLA über Sehprobleme zu informieren, hat schwerwiegende Folgen. Wenn Sie in einen Unfall verwickelt sind, drohen Ihnen eine Geldstrafe von bis zu 1.000 £ und möglicherweise eine strafrechtliche Verfolgung. Fahrer ab 70 Jahren müssen bei der Erneuerung ihres Führerscheins angeben, dass ihr Sehvermögen den Standards entspricht. Während dies derzeit selbst zertifiziert ist, könnte dies mit dem neuen Testsystem bald zur Pflicht werden.

Praxistest & Online-Checks

Bei Ihrer Fahrprüfung überprüft der Prüfer Ihre Fähigkeit, ein Nummernschild aus 20 Metern Entfernung zu lesen. Ein Nichtbestehen führt zur sofortigen Disqualifikation. Es gibt Online-Sehtests, aber sie sind nicht diagnostisch und sollten nicht als verlässlich angesehen werden. Wenn Sie mit dem 20-Meter-Test Schwierigkeiten haben, konsultieren Sie einen Arzt oder Optiker.

Fazit

Die Verkehrssicherheitsvorschriften des Vereinigten Königreichs legen großen Wert auf die Verkehrssicherheit, indem sie klare Standards und bevorstehende obligatorische Kontrollen festlegen. Für alle Fahrer ist es von entscheidender Bedeutung, über diese Vorschriften informiert zu sein. Die Verlagerung hin zu häufigeren Tests spiegelt ein wachsendes Bewusstsein für den Zusammenhang zwischen Sehvermögen und sicherem Fahren wider.