Der Volkswagen-Konzern bereitet sich auf eine erhebliche Ausgabenreduzierung vor und strebt bis 2028 eine Kostensenkung um 20 % bei allen Marken an. Dieser Schritt erfolgt, da das Unternehmen in Schlüsselmärkten, darunter China, mit Gegenwind und einem sich verschärfenden globalen Wettbewerb konfrontiert ist. Der Plan, der Berichten zufolge von CEO Oliver Blume und CFO Arno Antlitz besprochen wurde, könnte drastische Maßnahmen beinhalten, einschließlich möglicher Werksschließungen.
Der Druck, Kosten zu senken
Laut Berichten der deutschen Publikationen „Manager Magazin“ und „Spiegel“ will der VW-Konzern bis 2028 rund 60 Milliarden Euro (65,7 Milliarden US-Dollar) einsparen. Und das, obwohl bereits frühere Sparmaßnahmen umgesetzt wurden, die zu Einsparungen in zweistelliger Milliardenhöhe führten. Die Dringlichkeit ergibt sich aus mehreren zusammenwirkenden Faktoren:
- Rückläufige Verkäufe in China: Die Auslieferungen von Volkswagen in China sind in sechs Jahren um 36 % zurückgegangen, von 4,23 Millionen Einheiten im Jahr 2019 auf 2,69 Millionen im Jahr 2023. Dies ist ein kritisches Thema, da China eine wichtige Einnahmequelle für den Konzern ist.
- Handelsbarrieren in den USA: Zölle und Marktbedingungen in den Vereinigten Staaten wirken sich negativ auf die Rentabilität von VW aus.
- Verstärkter globaler Wettbewerb: Der Automobilsektor wird immer wettbewerbsintensiver, und Konkurrenten streben aggressiv nach Marktanteilen.
Die Situation wird dadurch noch komplizierter, dass Volkswagen bereits Pläne zum Abbau von 35.000 Stellen in Deutschland bis 2030 angekündigt hat, wobei zusätzliche Einsparungen durch Personalabbau und Schichtstreichungen erwartet werden.
Mögliche Folgen: Werksschließungen
Obwohl keine Entscheidungen offiziell bestätigt wurden, besteht die Möglichkeit von Werksschließungen. VW hat kürzlich sein Werk in Dresden geschlossen, was die erste Werksschließung in Deutschland seit 88 Jahren darstellt. Berichten zufolge erwägt das Unternehmen weitere Schließungen, um seine ehrgeizigen Kostensenkungsziele zu erreichen.
Zukunftspläne: Erschwingliche Elektrofahrzeuge
Trotz des finanziellen Drucks investiert Volkswagen auch in zukünftiges Wachstum. Das Unternehmen plant die Einführung einer neuen Reihe erschwinglicherer Elektrofahrzeuge, darunter den ID. Polo und ein 20.000-Euro-Einstiegs-Elektrofahrzeug** bis 2027. Auch die Schwestermarken Audi, Skoda und Cupra werden ihr Elektroangebot in den kommenden Jahren erweitern.
Weitere Einzelheiten wird der VW-Konzern voraussichtlich am 10. März im Rahmen seiner Jahresergebnispräsentation bekannt geben. Der weltweite Absatz des Unternehmens ging im Jahr 2023 um 0,5 % zurück, sodass Toyota im sechsten Jahr in Folge der weltweit meistverkaufte Autohersteller bleibt.
Letztendlich spiegeln die aggressiven Kostensenkungsmaßnahmen von Volkswagen einen breiteren Trend in der Automobilindustrie wider, wo die Hersteller zunehmend unter Druck stehen, ihre Ausgaben zu senken und gleichzeitig in den Übergang zu Elektrofahrzeugen zu investieren. Dies wird wahrscheinlich zu schmerzhaften Entscheidungen für die Mitarbeiter, Umstrukturierungen und einer möglichen Marktkonsolidierung führen.





























