Der Volkswagen-Konzern bereitet sich auf eine weitere Welle erheblicher Kostensenkungen vor, wobei Führungskräfte Pläne signalisieren, die Ausgaben bis 2028 um geschätzte 60 Milliarden Euro (ca. 100 Milliarden A$) zu senken. Dieser Schritt erfolgt, da der Automobilriese mit zunehmendem Druck durch Marktveränderungen, geopolitische Unsicherheiten und steigende Entwicklungskosten zurechtkommt.
Das Ausmaß der geplanten Kürzungen
Berichten zufolge haben CEO Oliver Blume und CFO Arno Antlitz bei einem kürzlichen Treffen mit 120 Führungskräften die Notwendigkeit aggressiver Kostensenkungsmaßnahmen bei allen Marken und Geschäftsbereichen dargelegt. Während konkrete Einsparpotenziale noch nicht bekannt gegeben werden, umfassen mögliche Optionen auch Werksschließungen – ein bisher seltener Schritt für das Unternehmen, wie die jüngste Schließung seines Werks in Dresden zeigt.
Dies folgt einer früheren Vereinbarung mit den Gewerkschaften, die Belegschaft bis 2030 um bis zu 35.000 Stellen zu reduzieren. Das Programm hat bereits zu erheblichen Einsparungen geführt, denen das Unternehmen zu verdanken hat, dass es dabei geholfen hat, globale Wirtschaftsturbulenzen, einschließlich der Handelsspannungen in den USA, zu überstehen.
Treiber hinter den Kürzungen
Die Dringlichkeit dieser Kürzungen ergibt sich aus mehreren Faktoren:
- Schwächende Position in China: Die einst unbestrittene Dominanz von Volkswagen auf dem chinesischen Markt ist rapide geschwunden. Die Verkäufe sind seit ihrem Höchststand im Jahr 2019 um 36,4 % zurückgegangen, wobei das Unternehmen nun hinter dem inländischen Konkurrenten BYD zurückbleibt.
- US-Zollpolitik: Die schwankende Handelspolitik in den Vereinigten Staaten erhöht die finanzielle Unsicherheit und zwingt das Unternehmen, die Kosten proaktiv zu senken.
- Investitionen in neue Technologien: Volkswagen investiert stark in Softwareentwicklung, Elektrofahrzeuge und verbesserte Verbrennungsmotoren und erfordert finanzielle Disziplin in anderen Bereichen.
Obwohl der weltweite Absatz weiterhin stark ist (8,96 Millionen Fahrzeuge im Jahr 2025 ), ist der Rückgang in China angesichts seiner historischen Bedeutung für den Umsatz von Volkswagen besonders besorgniserregend. Der Marktanteil des Unternehmens ist stark zurückgegangen, seit es 2023 den Spitzenplatz an BYD verlor.
Was kommt als nächstes?
Volkswagen wird voraussichtlich am 10. März im Rahmen seiner Bilanzpressekonferenz detaillierte Pläne für diese Kürzungen bekannt geben. Das Unternehmen steht vor einer kritischen Phase der Umstrukturierung, da es sich an eine zunehmend wettbewerbsintensive globale Automobillandschaft anpasst.
Die aggressiven Kostensenkungsmaßnahmen unterstreichen den starken Druck, dem alteingesessene Automobilhersteller bei der Umstellung auf elektrische und softwaredefinierte Fahrzeuge ausgesetzt sind. Eine versäumte schnelle Anpassung könnte die langfristige Überlebensfähigkeit von Volkswagen in Schlüsselmärkten wie China gefährden.






























