Ford ruft 1,4 Millionen F-150-Lkw wegen Sicherheitsrisiken im Getriebe zurück

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Ford hat offiziell einen umfassenden Rückruf gestartet, der etwa 1,4 Millionen F-150-Pickups betrifft, da Bedenken bestehen, dass ein Getriebedefekt zu plötzlichen, unbeabsichtigten Gangwechseln während der Fahrt führen könnte. Der Rückruf betrifft insbesondere Modelle, die zwischen 2015 und 2017 hergestellt wurden.

Das technische Problem: Warum es passiert

Das Problem liegt im Sechsgang-Automatikgetriebe des Fahrzeugs. Insbesondere kann eine Komponente namens Transmission Range Sensor (TRS) falsche Signale an das Powertrain Control Module (PCM) – das „Gehirn“ des Fahrzeugs – senden.

Technischen Berichten zufolge ist die Hauptursache die Verschlechterung der elektrischen Verbindungen innerhalb des Übertragungsleiterrahmens. Diese Verschlechterung wird durch zwei Hauptfaktoren verursacht:
Thermische Zyklen: Die ständige Ausdehnung und Kontraktion, die durch Temperaturänderungen verursacht wird.
Vibrationen: Körperliche Belastung durch regelmäßiges Fahren.

Wenn diese Verbindungen ausfallen, interpretiert das PCM möglicherweise kurzzeitig die Position des Sensors falsch, was dazu führt, dass das Fahrzeug während der Fahrt unerwartet vom sechsten Gang direkt in den zweiten Gang herunterschaltet.

Auswirkungen auf die Sicherheit und Auswirkungen auf die Praxis

Ein unbeabsichtigtes Herunterschalten bei hohen Geschwindigkeiten stellt ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Ein solch plötzlicher Gangwechsel kann zu einer erheblichen Verringerung der Radgeschwindigkeit führen, was möglicherweise zu einem Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug oder einem unerwarteten Anstieg der Motorbremsung führt.

Das Ausmaß des Problems wird durch die von Ford gesammelten Daten unterstrichen:
Betroffene Fahrzeuge: 1.392.935 F-150-Lkw.
Gemeldete Vorfälle: Ford sind 444 Garantieansprüche, 121 Erfahrungsberichte und 316 Fahrzeugbesitzerfragebögen (VOQs) bekannt.
Unfälle und Verletzungen: Der Autohersteller hat zwei Verletzungen und einen Unfall dokumentiert, die möglicherweise mit diesem mechanischen Defekt zusammenhängen.

Regulatorischer Zeitplan und Untersuchung

Der Rückruf folgt einer mehrjährigen Untersuchung unter Beteiligung der National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA). Der Prozess durchlief mehrere Phasen der Prüfung:
1. Oktober 2024: Ford wurde über NHTSA-Verbraucherberichte auf mögliche Probleme aufmerksam gemacht.
2. März 2025: Die NHTSA hat eine vorläufige Bewertung (Preliminary Evaluation, PE) eröffnet.
3. Januar 2026: Die Untersuchung wurde zu einer technischen Analyse, einer intensiveren Phase der behördlichen Aufsicht, ausgebaut.
4. April 2026: Ford genehmigte den Rückruf nach Abschluss seiner internen Untersuchung.

Die Lösung: Software- und Hardware-Korrekturen

Ford beabsichtigt, das Problem abhängig von der Diagnosehistorie des Fahrzeugs durch zwei Hauptmethoden zu lösen:

  • Software-Update: Die meisten Fahrzeuge erhalten ein Kalibrierungs-Update für das PCM. Diese neue Software soll dem Steuerungssystem mehr Zeit geben, einen fehlerhaften Sensor zu erkennen, bevor es ein Herunterschalten befiehlt, und so effektiv verhindern, dass der Fehler einen Gangwechsel auslöst.
  • Hardware-Ersatz: Bei Fahrzeugen, die spezifische Diagnose-Fehlercodes (DTCs) aufweisen, geht Ford noch einen Schritt weiter und ersetzt den Getriebeträger vollständig.

Schlussfolgerung: Dieser Rückruf verdeutlicht die wachsende Komplexität der modernen Fahrzeugelektronik, bei der geringfügige elektrische Verschlechterungen zu erheblichen mechanischen Risiken führen können. Besitzer von F-150 der Baujahre 2015–2017 sollten ihre Fahrgestellnummer überprüfen, um sicherzustellen, dass ihr Fahrzeug die erforderlichen Software- oder Hardware-Updates erhält.