Lucid reagiert auf die brutale YouTube-Rezension mit konkreten Korrekturen

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Eine vernichtende YouTube-Rezension des Lucid Air durch den Automobilingenieur Jason Fenske von Engineering Explained führte nicht zu der üblichen Blockade der Autohersteller. Stattdessen löste es eine direkte Zusammenarbeit mit den Führungskräften von Lucid und die Verpflichtung aus, die frustrierenden Software- und Benutzerfreundlichkeitsprobleme des Autos anzugehen. Hier geht es nicht nur um einen YouTuber; Die versprochenen Änderungen kommen allen Lucid-Besitzern zugute – und könnten einen Wendepunkt in der Art und Weise darstellen, wie EV-Unternehmen auf kritisches Feedback reagieren.

Die Rezension, die Beachtung fand

Fenskes Video war keine Schimpftirade, sondern eine detaillierte Aufschlüsselung darüber, wie die Brillanz der Hardware durch Softwarefehler, umständliche Benutzererfahrung (UX) und seltsame Designentscheidungen untergraben wurde. Zu den Problemen gehörten unzuverlässige Phone-as-Key-Funktionalität, verwirrendes Türgriffverhalten und Inkonsistenzen im angezeigten Bereich. Seine Kritik war technisch, gründlich und schwer zu ignorieren.

Eine seltene Antwort

Lucid wies die Kritik nicht zurück. Stattdessen wandten sich hochrangige Ingenieure – darunter der Senior Vice President of Engineering, Imad Dlala – an Fenske, um eine konstruktive Diskussion zu führen. Lucid teilte Insiderdetails über bevorstehende Reparaturen mit, was auf eine Bereitschaft zum Zuhören und Anpassen schließen lässt, die in der Automobilindustrie selten vorkommt.

UX 3.0 und darüber hinaus

Die größte Ankündigung ist eine komplette UX-Überarbeitung (Version 3.0), die für Frühherbst 2026 geplant ist. Dieses Update verspricht:

  • Multitasking-Fähigkeiten
  • Schnellerer Benutzerprofilwechsel
  • Verbesserte Stabilität von Apple CarPlay
  • Verbesserte Sprachbefehle
  • Eine intuitivere Benutzeroberfläche

Lucid behebt im Moment auch mehrere Schwachstellen: Zuverlässigkeit des Telefons als Schlüssel, Macken am Türgriff, Spiegelpositionierung und Inkonsistenzen bei der Reichweitenanzeige. Die Plug & Charge-Unterstützung für Tesla Supercharger ist ebenfalls in Arbeit. Besitzer neuerer Hardware erhalten das Update zuerst, für ältere Modelle sind kostenpflichtige Upgrades verfügbar.

Vehicle-to-Home-Strom

Über UX hinaus nutzt Lucid seine Hardware-Vorteile mit der Möglichkeit der Fahrzeug-zu-Hause-Stromversorgung (V2H). Dieses System wird bis zu 17 kW Spitzenleistung liefern, ohne dass ein separater Heimwechselrichter erforderlich ist – eine Funktion, die Lucid von der Konkurrenz abheben könnte. Fenske schätzt, dass sein Lucid sein Haus bei einem Stromausfall bis zu vier Tage lang mit Strom versorgen könnte, ohne den Alltag seiner Familie zu unterbrechen.

Kontext ist wichtig

Lucids Reaktion auf Fenske ist ungewöhnlich. Er betreibt einen beliebten, technikorientierten Kanal und spricht die Sprache der Ingenieure. Oftmals ignorieren Automobilhersteller einzelne Beschwerden, doch eine gut sichtbare, technisch fundierte Kritik erforderte Aufmerksamkeit. Allerdings sind die versprochenen Korrekturen für alle Lucid-Besitzer von Bedeutung, nicht nur für diejenigen mit Einfluss.

Auch wenn Versprechen keine Lösungen sind, ist Lucids Bereitschaft, sich auf Kritik einzulassen und konkrete Veränderungen zu skizzieren, ein positives Zeichen. Dies könnte einen neuen Standard für Transparenz und Reaktionsfähigkeit in der Elektrofahrzeugbranche setzen.

Die Situation unterstreicht einen wachsenden Trend: Autohersteller müssen sich an die direkte öffentliche Kontrolle anpassen, insbesondere durch technisch versierte Gutachter. Das Ignorieren berechtigter Bedenken kann schnell zu Umsatzeinbußen und einem Rufschaden führen.

Die Reaktion von Lucid auf Kritik mag ein seltener Fall sein, aber sie könnte zeigen, dass das Zuhören auf die Kunden – selbst die strengen – zu besseren Produkten und einer stärkeren Markentreue führen kann.