Testbericht zum Mazda CX-80 P50e Touring: Ein Premium-Familientransporter mit einer Hybrid-Identitätskrise

7

Die australische Automobillandschaft befindet sich in einem erheblichen Wandel. Plug-in-Hybrid-Elektrofahrzeuge (PHEVs) erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und die Verkaufszahlen stiegen im vergangenen Jahr um 131 %. Für viele Familien stellt das PHEV den perfekten „Mittelweg“ dar: Es bietet die kraftstofffreien Vorteile eines Elektrofahrzeugs für alltägliche Besorgungen und beseitigt gleichzeitig die „Reichweitenangst“ auf Langstreckenfahrten.

Der Mazda CX-80 P50e Touring betritt eine überfüllte und wettbewerbsintensive Arena. Während sich Mazda eine Nische für Premium-Fahrdynamik geschaffen hat, sieht er sich nun einer harten Konkurrenz durch Marken wie BYD, Chery und Kia ausgesetzt, die alle um den gleichen Markt für siebensitzige Dual-Fuel-Modelle konkurrieren.

Premium-Innenräume vs. technische Realitäten

Wenn Sie in den CX-80 Touring einsteigen, fällt Ihnen als Erstes die verbesserte Qualität auf. Im Gegensatz zu vielen „Familientransportern“, die auf Hartplastik setzen, hat Mazda eine anspruchsvollere Ästhetik gewählt.

  • Materialqualität: Der Innenraum zeichnet sich durch fließende Linien, großzügig gepolsterte Armlehnen und hochwertige schwarze Ledersitze aus. Die Verwendung von echtem Leder sorgt für ein haptisches Premium-Gefühl, das künstlichen Alternativen oft fehlt.
  • Benutzerfreundlichkeit: Mazda hat klugerweise die physischen Bedienelemente für Klima und Lautstärke beibehalten, sodass der Fahrer die Einstellungen anpassen kann, ohne den Blick von der Straße abzuwenden.
  • Die technische Lücke: Hier fühlt sich der CX-80 an, als wäre er ein Jahrzehnt alt. Das Infotainmentsystem basiert stark auf einem Drehregler – eine Designentscheidung, die sich im Vergleich zu modernen berührungsorientierten Schnittstellen langsam und träge anfühlen kann. Darüber hinaus ist der Bildschirm zu weit vom Fahrer entfernt, um während der Fahrt effektiv als Touchscreen genutzt zu werden.

Für diejenigen, die Wert auf den Komfort der Passagiere legen, ist die zweite Reihe hervorragend geeignet, da sie über um 90 Grad öffnende Türen einen einfachen Einstieg und ausreichend Kopffreiheit bietet. Aufgrund der begrenzten Beinfreiheit bleibt die dritte Reihe jedoch ausschließlich für Kinder reserviert.

Leistung: Das Hybrid-Dilemma

Unter der Haube kombiniert der P50e einen 2,5-Liter-Benzinmotor mit einem 129-kW-Elektromotor und erzeugt zusammen 241 kW und 500 Nm Drehmoment. Während die technischen Daten auf dem Papier beeindruckend aussehen, ist das reale Fahrerlebnis gemischt.

Das EV-Erlebnis

Die 17,8-kWh-Batterie bietet angeblich eine rein elektrische Reichweite von 65 km. Während dies für kurze Fahrten zur Arbeit ausreicht, liegt es deutlich hinter Konkurrenten wie dem Chery Tiggo 9 (170 km) oder dem BYD Sealion 8. Wenn Sie beim Laden nicht sorgfältig vorgehen, zahlt sich der Aufpreis, den Sie für die PHEV-Technologie gezahlt haben, möglicherweise nicht in Form von Kraftstoffeinsparungen aus.

Das Hybrid-Erlebnis

Mazda ist bekannt für seine „Fahrer-DNA“ und der CX-80 bietet trotz seines Gewichts von 2,2 Tonnen ein präzises, autoähnliches Handling. Der Hybridantriebsstrang führt jedoch zu einem frustrierenden Gefühl: Gasverzögerung. Zwischen dem Betätigen des Pedals und der Reaktion des Fahrzeugs vergeht oft eine spürbare Verzögerung von zwei Sekunden, was dazu führen kann, dass sich das Überholen auf der Autobahn unvorhersehbar anfühlt.

Das Fazit zur Effizienz: Während der Kraftstoffverbrauch respektabel ist (durchschnittlich 4,8 l/100 km), ist die Berechnung schwierig. Im Vergleich zu einer herkömmlichen Dieselvariante, die ohne ständige Aufladung 5,2 l/100 km verbraucht, ist das finanzielle Argument für den PHEV viel schwieriger zu rechtfertigen.

Marktpositionierung und Wert

Mit 75.250 $ (vor Straßenkosten) liegt der CX-80 P50e Touring in der Premiumklasse.

  • Die preisgünstigen Alternativen: Der Chery Tiggo 9 und der BYD Sealion 8 bieten viel niedrigere Einstiegspreise, oft unter 60.000 US-Dollar.
  • Der direkte Konkurrent: Der Kia Sorento PHEV ist der direkteste Konkurrent und bietet einen ähnlichen Preis und einen vergleichbaren Funktionsumfang.

Die Stärke des CX-80 liegt in seiner Verarbeitungsqualität und seinem Fahrengagement, aber aufgrund des reinen Preis-Leistungs-Verhältnisses oder der technologischen Raffinesse kann er kaum mithalten.

Endgültiges Urteil

Der Mazda CX-80 P50e ist ein wunderschön gefertigter, leistungsstarker SUV, der sich durch Luxus im Innenraum und Handling auszeichnet. Seine geringe elektrische Reichweite, das schleppende Infotainment und die inkonsistente Hybrid-Stromversorgung machen ihn jedoch zu einer schwierigen Empfehlung für Käufer, die nach dem effizientesten oder technisch fortschrittlichsten PHEV auf dem Markt suchen.


Zusammenfassung: Der CX-80 ist eine Premium-Wahl für diejenigen, die Wert auf Eleganz im Innenraum und Fahrgefühl legen, aber sein Hybridsystem und die veraltete Technologie machen bei „Early Adopters“ möglicherweise Lust auf mehr.